Über die Zirbe

Frau hält ein junges Zirbenbäumchen im Wald

Ein Baum am Limit

Die Zirbe, botanisch Pinus cembra, wächst dort, wo für die meisten anderen Bäume längst Schluss ist: an der Baumgrenze, oft zwischen 1500 und 2500 Metern Höhe, in Südtirol, Kärnten und der Steiermark. Manche nennen sie deshalb die Königin der Alpen. Wind, Kälte und Schnee sind für sie der Normalzustand, nicht die Ausnahme.

Sie wächst dafür entsprechend langsam, etwa 5 Zentimeter im Jahr. Die ersten Zapfen trägt eine Zirbe erst nach 25 bis 30 Jahren, ausgewachsen wird sie 20 bis 30 Meter hoch, und sie kann über 1.000 Jahre alt werden. Mit wenig Wasser kommt sie zurecht, Sonne und trockene Lagen mag sie lieber als feuchten Boden.

Dieses langsame Wachstum in großer Höhe ist auch der Grund, warum das Holz so ist, wie es ist: dicht und trotzdem leicht, mit einer feinen, gleichmäßigen Maserung.

Das Holz

Zirbenholz ist hell und lässt sich vergleichsweise weich bearbeiten. Astlöcher, kleine Harzeinschlüsse und unregelmäßige Maserung gehören dazu und sind kein Fehler, sondern der Grund, warum zwei Stücke nie ganz gleich aussehen. Sein Geruch, der viele an einen Waldspaziergang erinnert, kommt von den ätherischen Ölen im Holz.

Wir verarbeiten Zirbenholz aus den Alpen vom Rohstamm bis zum fertigen Stück in der eigenen Zirbelino-Tischlerei in Klagenfurt. Das Holz wird luftgetrocknet statt in der Kammer, das dauert länger, erhält aber die ätherischen Öle im Holz vollständig, statt sie beim schnellen Trocknen zu verbrennen.

Wirkung: was davon wirklich belegt ist

Zirbenholz wird oft nachgesagt, es verbessere den Schlaf oder senke den Puls. Dafür gibt es bis heute keinen wissenschaftlichen Beleg. Die meistzitierte Studie dazu stammt aus dem Jahr 2003 (2021 mit kleinen Ergänzungen neu aufgelegt) und verglich den Schlaf von Testpersonen in Zirbenholz- und Spanplattenbetten. Nur 15 Personen nahmen teil, vollständig ausgefüllt wurden am Ende 12 Fragebögen, der Ausgangszustand des Schlafs der Teilnehmer war nicht genau erfasst, und saisonale Einflüsse wurden nicht kontrolliert. Beim subjektiven Schlafempfinden gab es keinen Unterschied zwischen den beiden Bettarten. Gemessen wurde ein Pulsunterschied von unter 3 Schlägen pro Minute, dazu einige EEG-Abweichungen, deren Bedeutung unklar blieb.

Gerichte in Österreich und Deutschland haben Werbung mit gesundheitlichen Wirkungen von Zirbenholz mehrfach untersagt. Ein Berufungsurteil aus Innsbruck vom August 2025 hob ein früheres Urteil auf und bezeichnete das damalige Gutachten als unbrauchbar. Die Studien seien zudem nicht auf Betten, Kissen, Brotdosen oder Deko-Würfel übertragbar.

Wir verkaufen Zirbenholz deshalb für das, was tatsächlich belegbar ist: die Optik, der Geruch, die Verarbeitung, die Herkunft aus den Alpen. Nicht für ein Versprechen, das keine Studie deckt.

Mehr pflanzen, als wir verarbeiten

Zirbelino pflanzt mehr Zirben, als jemals zu Produkten verarbeitet werden. Ein Teil davon sind junge Zirbenbäumchen, die Kundinnen und Kunden im eigenen Garten oder auf dem eigenen Grundstück einpflanzen. So wächst mit jedem verkauften Produkt auch etwas nach.

Kreislauf von Sägewerk über Produktion und Verkauf bis zum neuen Zirbenbaum